Sehr geehrte Damen und Herren,

der Deponieworkshop wird wie bisher grenzübergreifend organisiert und entsprechend in der Themenwahl gestaltet. In der Tschechischen Republik rückt zunehmend ins Blickfeld, dass in naher Zukunft die Deponierung unbehandelter Siedlungsabfälle zu beenden ist. Damit werden Zielstellungen der Europäischen Union umgesetzt.

Wie weit ist diese Situation mit dem Ende der Siedlungsabfalldeponien 2005 in Deutschland vergleichbar? Viele erwarteten damals ein Ende der Deponien. Zeitweise kamen manche Abfälle auf tschechische Deponien und Lager, weil sie in Deutschland nicht mehr ablagerungsfähig waren und bereiteten jahrelang den tschechischen Behörden Probleme.

Tatsächlich ist die Anzahl der Deponien erheblich zurückgegangen. Aber in Deutschland werden trotzdem Deponien benötigt. Lassen einige Statistiken die tatsächlichen Verhältnisse im Dunkeln bzw. im Unklaren?

Stillgelegte Deponien sind in beiden Ländern nicht sich selbst zu überlassen. Sie benötigen Abdichtungen, Abdeckungen und Nachsorge. Ein Bewuchs gleich welcher Art wird sich immer einstellen. Es wäre an der Zeit, bei Beachtung der Spezifika der Länder eine Bilanz zu ziehen, den Stand der Technik und neue Erfordernisse zu benennen.

Entsprechend sehen die Organisatoren des Deponieworkshops folgende Schwerpunkte vor:

 

1. Die Änderung von EU-Richtlinien führt zur Beendigung der Deponierung von unbehandelten Siedlungsabfällen, aber auch von recycelbaren Abfällen und von getrennt gesammelten Abfällen in allen EU-Mitgliedsstaaten.

  • Worin bestehen die neuen Anforderungen in Europa, Deutschland und in Tschechien?
  • Entwicklungstendenzen in der Kreislaufwirtschaft / Abfallbewirtschaftung.

 

2. Abfallrelevante Stoffströme zur Verwertung und Beseitigung

  • Informationen zum aktuellen Stand der Forschung zur Verwertung und Aufbereitung, weil mit neuen Verfahren der Deponiebedarf reduziert werden kann.
  • Erfahrungen im Umgang mit schwierigen Abfällen, wie Baggeraushub, Eisenschlämme, Klärschlamm, Baurestabfälle und viele andere.
  • Umgang mit der große Menge der mineralischen Abfälle.
  • Deponien für solche Stoffe und zur Ausschleusung von Schadstoffen aus der Kreislaufwirtschaft.

 

3. Abdeckungen, Abdichtungen und Rekultivierung auf Deponien, Halden und Altlastenflächen

  • Konstruktion, Planung und Ausführung von verschiedenartigen Oberflächenabdeckungssystemen von Deponien, Halden und Altlasten.
  • Erfahrungen über Technik, Aufwand und Kosten bei Pflege- und Unterhaltsmaßnahmen in der Nachsorgephase von Deponien. Beispiele und Erfahrungen mit waldartigem Bewuchs oder auch technischen Anlagen / technische Funktionsschichten auf der Deponieoberfläche.
  • Wasserhaushalt im Untergrund, Boden und auf der Oberfläche.
  • Besondere Vorhaben und Erfahrungen aus ehemaligen Bergbaugebieten.

 

4. Verfahrenstechnik, Untersuchungsverfahren und Messtechnik für Deponien und Umwelt

  • Der Deponieworkshop bietet auch wieder Raum für die Darstellung von Verfahren (Bau und Aufbereitung), Analytik, Probenahme und Messtechnik, die für Umweltfragen eingesetzt werden.

Wir würden uns freuen, wenn Sie diese Fragestellungen oder auch andere Probleme zu Beiträgen anregen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr.Ing. Jürgen I. Schoenherr

(Hochschule Zittau-Görlitz; iTN Institut für Verfahrensentwicklung, Torf- und Naturstoff-Forschung)

und

doc. Dr. Jan Šembera Ph.D.

(Technische Universität Liberec; MTI - Institut für Mechatronik und Technische Informatik)